Landessiegel zum ersten Mal vergeben

Petra Grimm-Benne (Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt), Frank Rothe, Lutz Rätz (Fachkraft im Fokus) (von links) und das Team der Physiotherapie Rothe. (Foto: Fachkraft im Fokus)

Physiotherapie Rothe aus Dessau ist seit fast 24 Jahren am Markt. 48.000 zufriedene Patient*innen sind bereits in Behandlung gewesen, ob mit einer Krankengymnastik, einer Lymphdrainage oder einer Elektrotherapie. Die Ärzte der Region schätzen die qualitative Arbeit der acht Angestellten.  „Dieser Erfolg ist jedoch keine Einzelleistung, sondern das Ergebnis unserer großartigen Mitarbeiter*innen. Es ist uns wichtig, dass sich unsere Mitarbeiter*innen wohl fühlen. Dazu gehört die Möglichkeit zur Weiterbildung oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Aufgrund der immer schwerer werdenden Fachkräftesituation wollten wir mit der Mitarbeiterbefragung erfahren, an welchen Stellschrauben wir drehen müssen, damit sich unsere Mitarbeiter*innen noch wohler fühlen“, erklärt Frank Rothe. Nur noch wenige wollen den Beruf erlernen, weil „es eine körperlich anstrengende Arbeit ist und vor allem, weil es als schulische Ausbildung erfolgt. Das heißt, es gibt keine Ausbildungsvergütung“, so Frank Rothe.

Der Unternehmer wendet sich mit seinem Problem an Regionalberater André Gottschalk. Was kann ich verbessern, dass sich meine Mitarbeiter*innen wohl fühlen und in meinem Unternehmen bleiben? Wie kann ich auf mich als attraktiver Arbeitgeber aufmerksam machen, wenn Zeitungsannoncen, Hinweise auf der eigenen Homepage und die Agentur für Arbeit nicht mehr weiterhelfen können? „Wir haben gemeinsam den Fokus auf das bestehende Personal gesetzt. Mit der Mitarbeiterbefragung Wertenetz konnte Herr Rothe u.a. zu den Themen persönliche Entwicklung, Verbindung von Arbeit und Privatleben oder Kommunikation und Bewertung der Arbeit herausfinden, was seinen Mitarbeiter*innen wichtig ist und wie sie es im Unternehmen vorfinden“, so André Gottschalk. Alle acht Mitarbeiter*innen stellen sich den Fragen. Dass er auf einem sehr guten Weg ist, belegt nun die Auszeichnung mit dem Landessiegel 2018 „Das mitarbeiterorientierte Unternehmen – Hier fühle ich mich wohl“, dass ihm am 17. Januar durch Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt übergeben wurde.

Die Auswertung der Befragung hat ergeben, dass die Mitarbeiter*innen mit den Arbeitsabläufen, der Führungskultur und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zufrieden sind. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse auch auf, dass es Probleme in der internen Kommunikation gibt. Im Gespräch mit den Mitarbeiter*innen wird von allen Seiten signalisiert, dass man froh ist, zu wissen wo die Probleme liegen, um diese nun gemeinsam anzugehen. „Ich fand die Idee der Befragung erst einmal ungewöhnlich und hab mir ausreichend Zeit genommen, mich mit den Fragen auseinanderzusetzen. Am Anfang stand für mich auch die Frage, was daraus wird oder ob das nur im Sande verläuft. Ich finde es nun großartig, was daraus geworden ist“, so Mitarbeiterin Sandy Cwienk, die seit 2002 im Unternehmen ist. Frank Rothe ist stolz über die Auszeichnung und Würdigung seiner Unternehmenskultur, doch vor allem auf sein Team. Persönlich bedankt er sich bei jeder*m einzelnen Mitarbeiter*in, ob für die einfühlsame Art, die Flexibilität oder die wertvolle Arbeit im Hintergrund, die seine Frau Marion leistet. Nun gilt es das erfolgreiche Ergebnis zu nutzen, um auch nach außen deutlich zu machen, „dass es sich lohnt, bei uns zu arbeiten“.

„Mit dem Landessiegel geben die Unternehmen ein klares Signal, dass ihnen die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Herzen liegt. Mir sind die vielen kleinen und mittleren Unternehmen in Sachsen-Anhalt immer ein besonderes Anliegen. Gute Arbeitsmarktpolitik bedeutet auch, sie zu ermutigen und dabei zu unterstützen, ihre Potentiale als gute Arbeitgeber zu entfalten, sich offensiver zu vermarkten und zu zeigen, dass gute Arbeit nicht immer nur großen oder international aufgestellten Unternehmen vorbehalten sein muss“, betont auch Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt bei der Übergabe der Urkunde.

Mittlerweile haben zahlreiche Unternehmen verschiedenster Branchen an der Befragung teilgenommen oder beschäftigen sich aktuell noch damit. Anfängliche Skepsis oder Angst vor dem Ergebnis wurden bei Seite gelegt, weil die Unternehmen erkannt haben, was das Siegel nach innen und außen bedeuten kann wie Projektleiter Lutz Rätz erklärt: „Nicht jeder erreicht das Landessiegel, erhält aber wertvolle Handlungsempfehlungen, was besser gemacht werden kann. Wer das Landessiegel erreicht, leistet gute Arbeit und bietet für seine Mitarbeiter*innen von Heute und von Morgen gute Arbeitsbedingungen. Diese (Außen)Wirkung sollten die Unternehmen in Sachsen-Anhalt nutzen“.

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